Rostock setzt zur digitalen Kontaktnachverfolgung die App luca ein. Sie soll dabei helfen, das urbane Leben wieder zu beflügeln.

Die Hansestadt Rostock ist eine der ersten Kommunen in Deutschland, die die Coronaapp luca ausrollt. Dabei handelt es sich um ein Programm, das die Kontaktnachverfolgung unterstützt. Die Stadt vernetzt die App mit der Software des Gesundheitsamts und macht ihre Anwendung somit möglich. In den vergangenen Wochen zog luca öffentliche Aufmerksamkeit unter anderem deswegen auf sich, weil der Rapper Michael „Smudo“ Schmidt dafür eintritt. In Rostock steht der Einsatz der digitalen Lösung im Kontext des Profils der Stadt als „Smile City“.

Luca: Digitale Kontakterfassung statt „Zettelwirtschaft“

Die App ersetzt die händische Erfassung von Kontaktdaten beispielsweise in Restaurants, Dienstleistungsbetrieben oder Kultureinrichtungen. Stattdessen stellt sie die Verbindung zwischen dem Besucher, der Lokalität und dem Zeitpunkt des Besuchs auf digitalem Weg her. Dafür muss der Besucher mit seinem Smartphone lediglich einen QR-Code einscannen. Sollte zur selben Zeit am selben Ort ein Coronafall auftreten, wird der Besucher darüber informiert und kann seine Daten dem zuständigen Gesundheitsamt komplett digital übermitteln.

„Die digitale Kontaktnachverfolgung ist bei den ersten zaghaften Öffnungsschritten nach dem zweiten Lockdown wichtiger denn je“, sagt OBM Claus Ruhe Madsen. „Denn so vermeiden wir arbeitsintensive analoge Nachforschungen und können den Prozess viel schneller und lückenloser gestalten.“

Insgesamt sind in Rostock schon über 800 Einrichtungen und Orte in der luca-App registriert. Dies bedeute einen Paradigmenwechsel in der Kontaktdatenerfassung: „Bisher haben wenige Menschen alle Daten gesammelt. Jetzt tragen alle wenige Daten zusammen“, so Madsen.

Stadt bereitet Unternehmen auf App-Einsatz vor

Seit den Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten vom 3. März stehen Lockerungen der Coronamaßnahmen in Aussicht. Seit Öffnung der Friseursalons und Gartenfachmärkte am 1. März ist die App in Rostock bereits im Einsatz. Die Unternehmen, die sich so neu mit dem Gesundheitsamt digital vernetzen, hat die Stadt auf die Nutzung der App vorbereitet. „Wir haben Webinare mit Mitgliedern der Friseurinnung veranstaltet, die Kammern und viele Unternehmen beraten“, erklärt Madsen.

Die Installation der App sei nicht nur für deren Kunden einfach, sondern auch für Läden und Veranstaltungsorte. „Auf einen Klick können die Betreiber sehen, wie viele Menschen sich gerade bei ihnen aufhalten – auch das ist ein Mehrwert der App“, so Madsen. „Ich hoffe, dass auf diesem Wege mehr gesellschaftliches und kulturelles Leben möglich wird“, sagt Rapper Smudo über die App.

App luca als Beispiel für die „Smile City“ Rostock

Der Einsatz der App dokumentiere das Selbstverständnis Rostocks, eine „Vorreiterstadt in Deutschland für Menschen und Unternehmen, die smarte Lösungen für ihren Alltag brauchen,“ zu sein, sagt Madsen. Die Hansestadt hat ihre Stadtentwicklung unter den Begriff „Smile City“ gestellt. Damit möchte sich Rostock als Stadt mit hoher Lebensqualität positionieren. Dies betrifft insbesondere auch digitale Innovation und Smart-City-Anwendungen.

Während der Coronakrise zählt Rostock bislang zu den Kommunen mit geringstem Infektionsgeschehen. Nur an einem Tag wurde die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.

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