Der Brexit sorgt für Umwälzungen. Davon profitieren manche Städte der EU. In Bonn baut die europäische Wetterbehörde einen neuen Standort auf.

Der Brexit sorgt auch auf der kommunalen Ebene für Umwälzungen. Laut einer Umfrage der OBM-Zeitung im vergangenen Sommer befürchten Oberbürgermeister durch den Austritt Großbritanniens aus der EU neue Belastungen für Unternehmen, was deren Beziehungen zu britischen Partnern betrifft. Auch der Austausch von Partnerstädten steht unter neuen Vorzeichen. Doch in Einzelfällen profitieren Städte vom Brexit und den damit verbundenen Verschiebungen. Ein Beispiel dafür ist die Bundesstadt Bonn. Sie wird neuer Standort für die europäische Wetterbehörde.

Brexit: EZMW baut neuen Standort in Bonn auf

Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), das seinen Hauptsitz in Großbritannien hat, benötigt aufgrund des Brexit eine zusätzliche Niederlassung in der Europäischen Union. Diese baut es laut einer Presseinformation der Bundesstadt vom 9. Dezember in Bonn auf. An dem neuen Standort sollen rund 150 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Von Bonn aus steuert das EZMW unter anderem seine Aktivitäten im Zusammenhang mit dem EU-Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. Zudem laufen hier Projekte der EU-Initiative „Destination Earth“ (DestinE). Diese zielt darauf ab, die Erde hinsichtlich der Effekte des Klimawandels digital zu modellieren und zu beobachten.

Klima- und Umweltthemen: Ansiedlung passt zu Bonn

Die Ansiedlung der europäischen Wetterbehörde in Bonn bezeichnete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zuletzt als „Riesenerfolg“. Die Bundesregierung habe dafür gekämpft: „Bis zur letzten Sekunde war es hochspannend“, so Scheuer. Zukünftig werde in Bonn „auf höchstem Niveau“ die Wetter- und Klimaforschung für Europa betrieben. Bund, Land und Stadt hatten sich gemeinsam dafür eingesetzt.

Für Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner ist die Ansiedlung ein „wichtiger Baustein zur weiteren Stärkung des internationalen Profils der Stadt“. Die Stadt gilt als internationaler UN- und Wissenschaftsstandort mit Schwerpunkten in Klima- und Umweltthemen. Auch das Bundesumweltministerium befindet sich in Bonn. Die Ansiedlung der europäischen Wetterbehörde bereichere dieses Portfolio.

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