OBM Thomas Spies erhält den Göttinger Friedenspreis. Es ist auch eine Auszeichnung des Engagements von Kommunen für Flüchtlingshilfe.

Sein Einsatz für Flüchtlinge bringt OBM Thomas Spies den Göttinger Friedenspreis 2021. Der Oberbürgermeister von Marburg erhält die Auszeichnung gemeinsam mit der Äbtissin Mechthild Thürmer und der Initiative „Seebrücke“. Dies teilte die Stadt Marburg heute mit. Aufgrund der Coronakrise ist die Preisverleihung auf September verschoben.

Göttinger Friedenspreis: OBM Spies einer von drei Preisträgern

Vergeben wird der Friedenspreis seit 1999 zum 22. Mal von der Stiftung Dr. Roland Röhl. Er geht zurück auf den 1997 verstorbenen Wissenschaftsjournalist Roland Röhl aus Göttingen. Röhl verfügte, seinen Nachlass zur Bildung des Stiftungsvermögens zu verwenden. Der Preis zeichnet unter anderem herausragenden Einsatz für den Frieden aus. Er ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert. Eine unabhängige dreiköpfige Jury entscheidet über die Preisvergabe.

„Die drei Preisträger setzten sich für sichere Fluchtwege und die Aufnahme von Menschen ein, die versuchen, aus lebensbedrohlichen Gewaltsituationen über das Mittelmeer und andere Routen nach Europa zu flüchten“, erklärt Stiftungssprecher Thomas Richter. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro teilen sich Thürmer und die Initiative „Seebrücke“. Spies nimmt kein Preisgeld entgegen.

Spies: Preisverleihung auch Auszeichnung der Stadtgesellschaft

Spies wird laut Jurybegründung als „einer der ersten führenden Kommunalpolitiker, der sich für die Ziele der Bewegung Seebrücke engagierte,“ ausgezeichnet. Unter anderem drängte Spies Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer 2018 öffentlich dazu, der prekären Situation vieler Flüchtlinge entgegenzuwirken. Er kritisierte die Abschottungspolitik der Europäischen Union und bot zusätzliche Kapazitäten für die Aufnahme von Flüchtlingen in Marburg an.

Die persönliche Auszeichnung versteht Spies nach eigenen Angaben auch „als Bestätigung für unsere Bemühungen als Stadtgesellschaft“. Die Stadt präsentiere sich als weltoffene, solidarische Gemeinschaft. Dabei erinnert Spies an Initiativen wie „200 nach Marburg“. Die zielt darauf ab, zusätzlich 200 Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern in Marburg aufzunehmen. Dieses Angebot hat Spies gegenüber Land und Bund – auch hinsichtlich der humanitären Notlage der Menschen im Flüchtlingslager Lipa in Bosnien – mehrfach unterbreitet.

Flüchtlingsarbeit und Seenotrettung im Fokus der Preisverleihung

Äbtissin Thürmer gewährte Frauen in besonderen Notlagen Kirchenasyl und muss sich nun juristisch dafür verantworten. Die Initiative „Seebrücke“ setzt sich für die Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Hilfe für Flüchtlinge ein. Mit ihrer Kampagne „Sichere Häfen“ haben sich bereits 169 deutsche Städte solidarisiert. Im sogenannten „Bündnis Städte Sichere Häfen“ ist Marburg ein Gründungsmitglied und Initiator.

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