Als eine der ersten Städte Deutschlands weist Saarbrücken eine Fahrradzone aus. In einem Innenstadtquartier haben Fahrräder nun Vorrang.

Als eine der ersten Städte Deutschlands nach Bremen richtet die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken eine sogenannte Fahrradzone ein. Damit priorisiert sie in einem innerstädtischen Quartier, dem Nauwieser Viertel, den Fahrradverkehr.

Fahrradzone: Conradt will Innenstadtverkehr neu ordnen

„Das Nauwieser Viertel, das traditionell viel von Radfahrern genutzt wird, ist zur Ausweisung als Fahrradzone bestens geeignet“, sagt OBM Uwe Conradt. „Das Viertel lässt sich gut von den umliegenden Hauptverkehrsstraßen abgrenzen. Wir haben die Chance, hier den innerstädtischen Verkehr ganz neu zu ordnen und den Autoverkehr zu reduzieren.“ Dabei wolle man auch die Anwohner einbeziehen. Bei einer virtuellen Bürgerveranstaltung informierte die Verwaltung am Dienstag über die geplante Fahrradzone.

Die Einrichtung der Fahrradzone steht im Kontext des Saarbrücker Verkehrsentwicklungsplans 2030. Der schreibt zur Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität unter anderem die Förderung des Fahrradverkehrs vor. Die Fahrradzone soll die Bedingungen dafür verbessern und ein gleichberechtigteres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer begünstigen.

Priorität der Fahrradmobilität gegenüber motorisiertem Verkehr

Eine Fahrradzone ist ein Verkehrsraum, in dem die Fahrradmobilität gegenüber dem motorisierten Verkehr priorisiert wird. Dabei handelt es sich um ein zusammenhängendes Areal, das mehrere Fahrradstraßen umfasst. Ausgewiesen ist es mit einem neuen, eigenen Verkehrszeichen.

In der Fahrradzone gilt die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Autofahrer haben sich allerdings ans Tempo der Radfahrer anzupassen. Es darf auch nebeneinander geradelt werden. Autos und Motorräder dürfen mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern überholen. Sie sind jedoch nur als Anliegerverkehr in der Fahrradzone zugelassen. Die gängigen Verkehrsregeln bleiben davon unberührt. Nach wie vor gilt etwa auch, dass Radfahrer im Nauwieser Viertel die Einbahnstraßen im Gegenverkehr nutzen können.

Verkehrsschilder und Piktogramme weisen auf Fahrradzone hin

Bis Juni möchte die Landeshauptstadt die Arbeiten an der Fahrradzone umgesetzt haben. Die Zone weist sie mit Verkehrsschildern und Piktogrammen auf der Straße aus. Das Vorhaben kostet rund 150.000 Euro. Gefördert wird es mit 50.000 Euro vom saarländischen Verkehrsministerium.

Das Nauwieser Viertel liegt im Zentrum der Stadt. Charakteristisch dafür sind enge Straßen und Gassen mit hoher Frequenz von Anwohnern, Gastronomiebetrieben und Gewerbetreibenden. Das urbane Leben im Viertel ist studentisch und von der lokalen Kulturszene geprägt.

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