Die Klimaanpassung wird für Städte als Handlungsfeld immer wichtiger. Das neue „Zentrum KlimaAnpassung“ will dabei helfen.

Das neue „Zentrum KlimaAnpassung“ unterstützt Kommunen und soziale Einrichtungen bei Fragen zur Klimaanpassung. Es ging gestern offiziell an den Start. Aufgebaut und betrieben wird es im Auftrag des Bundesumweltministeriums vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Kooperation mit adelphi, einer Beratungsorganisation für Klima, Umwelt und Entwicklung. Der Auftrag gilt vorerst bis 2024.

Klimaanpassung: Kommunen als „Schlüsselakteure“

Das Zentrum KlimaAnpassung möchte nach eigenen Angaben „praxisorientierte Beratungs-, Fortbildungs-, Vernetzungs- und Informationsangebote rund um das Thema Klimaanpassung“ machen. Damit nehme es die Funktion eines „Lotsen auf dem Weg in Richtung klimaangepasster Kommune“ ein, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei der gestrigen Eröffnung.

Das Engagement gegen den Klimawandel und dessen Folgen setze sich aus zwei Komponenten zusammen. „Die wichtigste Vorsorge ist ein entschlossener Klimaschutz“, so Schulze. „Aber auch für die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels ist eine umfassende Vorsorge nötig.“ An dieser Stelle gehe es um Klimaanpassung. Kommunen, in denen sich die Folgen des Klimawandels konkret zeigten, seien dafür „Schlüsselakteure“.

Klimaschutz und Klimaanpassung gehen Hand in Hand

„Engagierter Klimaschutz geht in den Städten Hand in Hand mit einer Anpassung an den Klimawandel, den wir bereits Tag für Tag erleben“, bestätigt OBM Burkhard Jung aus Leipzig, Präsident des Deutschen Städtetags. „Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen sind Realität.“ Städte müssten dagegen Vorsorge betreiben.

Eine Plattform des Austauschs wie das neu geschaffene Zentrum KlimaAnpassung könne dabei helfen. Die von den Kommunen zu bewältigenden Aufgaben verknüpft Jung jedoch darüber hinaus mit der Forderung nach weiterer finanzieller Unterstützung durch Bund und Länder. „Wir müssen zum Beispiel die Gebäude fit machen für den Klimawandel und noch mehr in den ÖPNV investieren.“

Klimaanpassung: für urbane Resilienz und Stadtattraktivität

Es gehe letztlich um die Resilienz von Städten, so Difu-Institutsleiter Carsten Kühl: „Wir müssen alle Potentiale einer effizienten Anpassung an den Klimawandel ausschöpfen, um Menschen, Umwelt und Infrastrukturen zu schützen und ab sofort klimafit zu machen.“ Das neue Zentrum wolle diesbezügliches Wissen aufbereiten und bundesweit teilen.

Schulze verweist auf die Perspektiven, die sich für den Städtebau durch eine konsequente Klimaanpassung ergeben können: „Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern Hitze, bereichern die Artenvielfalt in der Stadt und steigern die Aufenthaltsqualität. Anpassung sichert die ökonomischen Grundlagen und ist ein Mehrwert für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft.“

Zentrum KlimaAnpassung: Idee fußt auf „Drei-Punkte-Plan“

Die Idee für das Zentrum KlimaAnpassung geht auf den „Drei-Punkte-Plan für Klimaanpassung in Kommunen“ zurück. Umweltministerin Schulze hatte diesen mit den kommunalen Spitzenverbänden im März 2021 vereinbart.

Neben dem Beratungszentrum zur Klimaanpassung ist das Förderprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ des Bundesumweltministeriums ein Teil des Drei-Punkte-Plans. Damit soll ein nachhaltiges Anpassungsmanagement vor Ort gefördert werden. Drittens zielt der Plan darauf ab, im Rahmen des Wettbewerbs „Blauer Kompass“ besonders innovative Projekte der Klimaanpassung auszuzeichnen und als Vorbilder sichtbar zu machen. Alle drei Vorhaben sollen 2021 umgesetzt sein.

Infos zum Zentrum KlimaAnpassung gibt es auf der Webseite https://www.zentrum-klimaanpassung.de. Das Foto oben zeigt Umweltministerin Schulze mit Jens Hasse vom Difu bei der Eröffnung des Zentrums KlimaAnpassung.

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