Frankfurt macht Geodaten abrufbar. Das neue Portal ist ein Beispiel für Open-Source-Software und interkommunale Kooperation zur Smart City.

Die Stadt Frankfurt am Main hat vor wenigen Tagen ein Geoportal online gestartet. Sie versteht es laut eigener Presseinformation als „wesentlichen Baustein der städtischen Digitalisierungsstrategie“. Zukünftig sind unter https://geoportal.frankfurt.de zentrale Geodaten der Stadt öffentlich abrufbar. Die Anwendung basiert auf einer interkommunalen Kooperation, der sogenannten Implementierungsgesellschaft Masterportal.

Transparente Geodaten auf dem Weg zur Smart City

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef spricht von einem „zukunftsweisenden Kartensystem, das den Weg zu einer Smart City ebnet“. Das Geoportal macht auf Basis einer Karte des Stadtgebiets urbane Strukturen transparent. Anwender können sich beispielsweise unter der Rubrik „Freizeit und Geschichte“ entsprechende Orte und Einrichtungen der Stadt in der Karte anzeigen lassen. Ähnliches gilt für Bildungseinrichtungen.

Die Darstellung umfasst allerdings auch noch komplexere Themen wie Umweltdaten, die räumliche Gliederung von Verwaltungszuständigkeiten in den Stadtteilen sowie städtebauliche Parameter wie Bodenrichtwerte oder Höhenlinien in den jeweiligen Quartieren. Ebenso lassen sich per Mausklick Verkehrs- und Mobilitätsdaten wie ÖPNV-Strecken, Straßenflächen, Parkplätze oder Standorte von Elektrotankstellen anzeigen. Dabei können Informationen miteinander kombiniert werden – wie die Position von Bildungseinrichtungen im Zusammenhang mit der ÖPNV-Anbindung.

Open-Source-Software und interkommunale Kooperation als Basis

Das Geoportal richtet sich an die Öffentlichkeit – Bürger, Unternehmen, Planer, Architekten oder Ämter – und ist kostenfrei abrufbar. Es macht nach Angaben der Stadt die „erste Komponente der neuen GDI-FFM“, der Geodateninfrastruktur Frankfurt am Main, im Internet sichtbar.

Es basiert auf einer Open-Source-Software, dem Masterportal, und der diesbezüglichen interkommunalen Kooperation. An der stetigen Weiterentwicklung der Software arbeiten in einer Implementierungspartnerschaft 31 Partner. Gegründet wurde die Implementierungspartnerschaft Masterportal am 7. Juni 2018, inspiriert von einer Sitzung der Fachkommission „Geoinformation, Vermessung und Bodenordnung“ des Deutschen Städtetags. Zu den Gründungspartnern zählen die Städte Frankfurt, München, Remscheid, Hamburg und Schwerin sowie der Landkreis Ludwigslust-Parchim.

„Der Sharing-Gedanke und die Vernetzung mit Partnern, die gleiche oder ähnliche Aufgabenstellungen haben, waren unsere Hauptmotivation bei der Entwicklung des neuen Geoportals Frankfurt“, erklärt der kommissarische Leiter des Frankfurter Stadtvermessungsamts, Lothar Hecker.

Das Stadtvermessungsamt koordiniert in Frankfurt das städtische Geodatenmanagement im Zusammenhang mit den Aktivitäten zur GDI-FFM. Das Amt fungiert als Schnittstelle zwischen den geodatenhaltenden Stellen der Verwaltung.

Weitere Infos zum Masterportal: http://www.masterportal.org.

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