Die Bluttat von Hanau sorgt für Bestürzung. Dies nicht nur in der Stadt: OBM aus der ganzen Republik bekunden ihre Solidarität.

Das Attentat in Hanau sorgt nicht nur für tiefe Bestürzung in der Stadt, sondern auch in anderen Kommunen der Republik. Oberbürgermeister bringen ihre Solidarität zum Ausdruck und sprechen sich gegen Hass, Hetze und Gewalt aus. Die gestrige Bluttat gehöre zu den „bittersten, traurigsten Stunden dieser Stadt“, sagte der Hanauer OBM Claus Kaminsky heute. Am Abend gibt es in Hanau eine Mahnwache auf dem zentralen Marktplatz.

In der Nacht zum Donnerstag hat ein Attentäter neun Menschen erschossen und mehrere verletzt. Vermutet wird ein rassistisches Motiv. Kaminsky betont den gesellschaftlichen Zusammenhalt über Nationen hinweg in seiner Stadt. „Dieses gewachsene Miteinander lassen wir durch keine noch so irre und nicht nachvollziehbare Tat infrage stellen oder gar zerstören.“

“Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft steht auf dem Spiel”

Solidaritätsbekundungen kommen aus der ganzen Republik, auch von OBM aus anderen Städten wie OBM Frank Baranowski aus Gelsenkirchen. OBM Jochen Partsch aus Darmstadt teilt „seine tiefe Bestürzung über die Ereignisse“ mit.

„Es ist jetzt, vielleicht mehr denn je, an uns, ein unmissverständliches Zeichen zu senden: gegen den Hass, gegen die Gewalt, gegen die Hetze. Gegen die Feinde der Demokratie, die unsere offene, tolerante Lebensweise und unsere Werte zerstören und uns unsere Freiheit wegnehmen wollen“, sagt Partsch. Der Anschlag von Hanau sei „ein Angriff auf uns alle“, so der Darmstädter OBM. „Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft steht auf dem Spiel.“ In Darmstadt ist am Abend eine Solidaritätskundgebung geplant.

OBM Heiko Wingenfeld aus Fulda stellt angesichts der Indizien, die auf eine rechtsradikal-rassistisch motivierte Tat hindeuten, den Bezug zwischen den Ereignissen in Hanau und ähnlich schrecklichen Vorfällen des vergangenen Jahres wie den Morden von Halle und dem Attentat auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke her. Die demokratischen Kräfte seien dazu aufgerufen, zusammenzustehen und einer Ausbreitung dieses zerstörerischen Gedankenguts entgegenzutreten, so Wingenfeld.

Hanauer Attentat trifft auf die Debatte um Hass und Hetze

Die Hanauer Bluttat trifft auf eine anhaltende Debatte um eine zunehmende Verrohung der Diskussionskultur und eine Zunahme von Hass und Hetze. Dies betrifft auch lokale Diskurse. Daher hatte unter anderem der Deutsche Städtetag zuletzt von Bund und Ländern ein strengeres Vorgehen gegen Hass und Hetze gefordert. Dies bezieht sich auch auf Beleidigungen und Drohungen im Internet und in sozialen Medien.

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