Modellhaft erprobt die Stadt Tübingen eine lokale Teststrategie. Bei negativem Test sind Besuche von Kulturhäusern und Gastronomie möglich.

Die Stadt Tübingen geht einen Sonderweg in der Coronakrise. Sie ist eine Modellstadt für Coronalockerungen in Baden-Württemberg. Dabei dürfen ab dem morgigen Dienstag in Tübingen die Außengastronomie sowie Kunst- und Kultureinrichtungen wie Theater, Kinos oder Bibliotheken wieder öffnen. Voraussetzung dafür ist eine lokale Teststrategie: Die Besucher der Einrichtungen müssen einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorweisen. Dafür bietet die Stadt zentrale Teststellen (Foto oben) und bei negativem Test das sogenannte Tübinger Tagesticket an. Alternativ kann vor Ort in der jeweiligen Einrichtung getestet werden.

Schnelltests zur Revitalisierung der Innenstadt

„Wir koppeln die weiteren Lockerungen an verpflichtende Schnelltests“, erklärt der Tübinger OBM Boris Palmer. „So sind Öffnungen verantwortungsvoll möglich, und unsere Stadt erwacht endlich wieder zum Leben.“ Palmer hofft, darüber hinaus die Infektionszahlen „durch die massive Ausweitung des Testens“ zusätzlich senken zu können.

Das Land Baden-Württemberg hat dem Modellprojekt zugestimmt. Dafür arbeitet die Stadt mit dem Deutschen Roten Kreuz im Landkreis Tübingen zusammen. Das örtliche Universitätsklinikum begleitet das Modellprojekt wissenschaftlich. Zunächst läuft es bis Ostersonntag.

Tübinger Tagesticket: Negativer Coronatest als Eintrittskarte

Besucher der Kultureinrichtungen und Gäste der Außengastronomie müssen vorab ihr Tübinger Tagesticket vorzeigen. Die Institutionen und Unternehmen sind dazu verpflichtet, die Schnelltestpflicht zu kontrollieren. Ebenso müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten und die Kontaktdaten der Besucher erfasst werden. Es gilt die Maskenpflicht. In der Außengastronomie dürfen bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten an einem Tisch zusammensitzen. Die Testpflicht gilt außerdem für Bereiche des Einzelhandels und Dienstleister wie Friseure oder Kosmetiker.

Das Tübinger Tagesticket bescheinigt ein negatives Coronatestergebnis. Es ist nur am Testtag gültig. Dafür stehen in der Tübinger Innenstadt sechs Teststationen bereit. Auch Schulen und Kitas dürfen ein Tagesticket ausstellen, sofern der Schnelltest unter Aufsicht in der Einrichtung gemacht wurde. Ähnliches gilt unter anderem für ärztliche Nachweise, die sich in ein Tübinger Tagesticket umwandeln lassen. Der städtische Vollzugsdienst kontrolliert die Einhaltung der Regeln.

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