Der richtige Umgang mit dem Coronavirus sorgt für Differenzen zwischen OBM. Ludwigshafen schließt Einrichtungen, benachbarte Städte nicht.

Der Coronavirus wirkt sich weiter auf das Zusammenleben in Städten aus. Dabei sorgt er bisweilen für konträre Maßnahmen und Einschätzungen auf lokaler Ebene. Während beispielsweise die rheinland-pfälzische Stadt Ludwigshafen einen Teil ihrer Einrichtungen schließt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, weisen die Spitzen der benachbarten Kommunen aus der gemeinsamen Metropolregion Rhein-Neckar eine solche Maßnahme zurück.

In Bezug auf das Ludwigshafener Vorgehen gaben die OBM der Städte Mannheim und Heidelberg, Peter Kurz und Eckart Würzner, sowie die Landräte des Rhein-Neckar-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises, Stefan Dallinger und Achim Brötel, heute eine gemeinsame Erklärung ab. Derzeit bestehe keine Veranlassung, von bundeseinheitlichen Regelungen, den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts oder Vorgaben der Landesregierung Baden-Württemberg abzuweichen. Diese seien „fachlich begründet und der jetzigen Situation angemessen“.

Die Einrichtungen der Städte Mannheim, Heidelberg, des Rhein-Neckar-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises blieben daher grundsätzlich geöffnet. „Von besonderer Bedeutung in dieser Situation ist ein abgestimmtes und einheitliches Vorgehen der verantwortlichen Entscheidungsträger“, teilen die Kommunalpolitiker mit.

Ludwigshafen schließt Einrichtungen aus “Vorsorgegründen”

Die Ludwigshafener OBM Jutta Steinruck ließ gestern mitteilen, dass „aufgrund der weiter anhaltenden Verbreitung des Coronavirus“ der Stadtvorstand „aus Vorsorgegründen“ entschieden habe, einige städtische Einrichtungen zu schließen und diverse Services zu reduzieren. Um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, wolle man Ansammlungen von Menschen vermeiden. Daher würden unter anderem Sporthallen, Bäder, Bibliotheken oder Kultureinrichtungen geschlossen. Darunter fällt auch eine Kita. Die Stadtverwaltung reagiere damit auch auf den ersten Coronafall in Ludwigshafen.

OBM Steinruck: “Angemessene Schritte im Interesse der Gesundheit”

„Es gibt keinen Grund für größte Besorgnis oder gar Panik“, so Steinruck. „Wir unternehmen aktuell angemessene Schritte, um eine weitere Verbreitung des Virus auch bei uns einzudämmen.“ Die Stadt handele im Interesse der Gesundheit ihrer Bürger sowie des öffentlichen Gesundheitssystems. „Mit unseren Maßnahmen leisten wir einen Beitrag dazu, in der derzeitigen Lage wichtige Zeit zu gewinnen.“ Dies liege auf der Linie der gestern von Bundeskanzlerin Angela Merkel formulierten Maxime. „Öffentliche Aufgaben und Funktionen, die von grundlegender Bedeutung für die Allgemeinheit sind, werden selbstverständlich weiter erfüllt.“

Das Foto oben zeigt eine Szene aus dem Schauspiel “Medea”, das im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen läuft. Auch das Theater ist von der Schließung aufgrund des Coronavirus betroffen.

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