Die Stadt Aachen widmet sich der Luftmobilität und beteiligt sich an diesbezüglichen Forschungsprojekten. Das Verkehrsministerium fördert die Aktivitäten.

Die Stadt Aachen beteiligt sich an Initiativen zum Ausbau der Luftmobilität. Damit bezieht sie den Luftverkehr in ihre Überlegungen zur Mobilitätswende ein. Unter anderem geht es um die Entwicklung eines Flugtaxis im Forschungsprojekt SkyCab. Dem dafür zuständigen Konsortium überreichte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Freitag einen Förderscheck. Das Forschungsprojekt wird in drei Jahren mit insgesamt 2,6 Millionen Euro durch den Bund gefördert.

„Drohnen und Flugtaxis haben ein enormes Zukunftspotential“, sagt Scheuer. Dies gelte auch für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Das Bundesministerium hatte daher einen Ideen- und Förderaufruf zum Thema „Unbemannte Luftfahrtanwendungen und individuelle Luftmobilitätslösungen“ gestartet. Er richtet sich an Unternehmen, Startups, Wissenschaftler und Kommunen. Bislang werden über 30 Studien, Pilotprojekte und mehrjährige Forschungsvorhaben gefördert. Insgesamt stehen dafür von 2019 bis 2022 29 Millionen Euro bereit.

“Technologie aus dem Labor in die Luft bringen”

„Ob als vielseitiges Werkzeug für Feuerwehr und Polizei, als Verkehrsmittel oder zum Transport für lebenswichtige Medizingüter – die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig“, sagt Minister Scheuer. „Wir wollen die Technologie deshalb aus dem Labor in die Luft bringen. Zugleich behalten wir die Risiken fest im Blick – mit wirksamen technischen Lösungen. Mit unserem Ideen- und Förderaufruf bringen wir schon heute Dynamik in die Mobilität von morgen.“

Die Stadt Aachen arbeitet an der Mobilität der Zukunft: Bald könnten Lufttaxen über der Stadt fliegen. (Quelle: Stadt Aachen/Braunwagner GmbH)

Die Stadt Aachen arbeitet an der Mobilität der Zukunft: Bald könnten Lufttaxen über der Stadt fliegen. (Quelle: Stadt Aachen/Braunwagner GmbH)

Das Aachener Projekt SkyCab zielt darauf ab, in den nächsten drei Jahren ein digitales Geschäftsmodell zu erarbeiten sowie wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle regionale Reiserouten zu definieren. Auf dieser Basis sucht es nach technischen Lösungen für die Entwicklung eines Flugtaxis. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem gesellschaftlichen Dialog und darauf, die Erwartungen der Bevölkerung an Sicherheit und Komfort einzubeziehen.

Suche nach Strecken und Nutzern für effiziente Taxiflüge

Zudem möchte SkyCab genauer herausfinden, wie die Anwendungen der Luftmobilität sinnvoll mit der bestehenden Verkehrsinfrastruktur vernetzt werden können. Nach einer Analyse regionaler Verkehrsdaten sollen Strecken und Nutzergruppen für eine effiziente Nutzung eines Flugtaxis identifiziert werden. Dabei richtet sich der Blick unter anderem auf städtische Bereiche, in denen Flugtaxis potentiell starten und landen können, um einen wesentlichen Zeitvorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln sicherzustellen. Die diesbezüglichen Erkenntnisse sollen Grundlage für die Konzeption des neuen, modular aufgebauten Lufttaxis „SkyCab“ sein.

Eine zuvor durchgeführte Pilotstudie, die ebenfalls vom Bundesverkehrsministerium gefördert wurde, deutet darauf hin, dass das Lufttaxi mit bis zu vier Sitzplätzen, einer Reichweite von etwa 100 Kilometern sowie einer Reisegeschwindigkeit von circa 240 Stundenkilometern eine attraktive Alternative zum Individualverkehr auf Strecken zwischen den Städten in Nordrhein-Westfalen und der Grenzregion Euregio werden könnte.

Partner aus Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft

Das Projektkonsortium besteht aus der FH Aachen, Braunwagner GmbH, OECC Concepts & Consulting GmbH, MOQO Digital Solutions GmbH, RLE In-Ternational GmbH, FEV Vehicle GmbH, der Flughafengesellschaft Mönchengladbach sowie der Stadt Aachen mit dem Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Europa. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes übernimmt die FH Aachen. Durch die weiteren, assoziierten Partner Rheinland Air Service, Stadt Mönchengladbach, Nahverkehr Rheinland und FEV Consulting wird das Projekt unterstützt.

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